Geschichte der Gemeinde Köllme (Cöllme)

Geschichte der Gemeinde Köllme (Cöllme)

(aktualisiert von Martin Feudel, 2020)

 

7. Jahrhundert

Seit Anfang des Jahrhunderts sickern Slaven (Wenden) über die Saale in das von den Merowingern, später von den Franken beherrschte Gebiet ein und gründen eigene Siedlungen. Dazu gehört auch Köllme, dessen slavischer Name Collimi (Dorf unter den Hügeln) auf diesen Ursprung schließen lässt.

Zwischen 830 und 860

Die erstmalige schriftliche Erwähnung von Köllme erfolgt im Hersfelder Zehntverzeichnis. Der Ort gehört zum Hassegau.

1158

Flämische Bauern gründen den deutschen Ortsteil auf dem rechten Ufer des Würdebaches. Zu dieser Zeit entstand auch die Kirche, deren romanischer Turm noch erhalten ist.

12.Jahrhundert

Beginn des Abbaus von Kalksteinen.

1234

Abt Arnold zu Sittichenbach verkauft die Mühlen seines Klosters zu Köllme und Flatersleben und eine Hufe Neuland für 60 Taler Silber an das Zisterzienser Jungfrauen Kloster Marienkammer in Glaucha vor Halle mit einer Einschränkung, dass ein gewisser Eiko aus Flatersleben und dessen Erben die Hufe und Mühle gegen entsprechende Abgaben nach Zinsrecht weiter besitzen sollen.

1255

Bis 1255 hatte das Nonnenkloster Gerbstedt in Köllme Besitz. Die Abtissin Jutta von Gerbstedt beurkundet den Tausch eines halben Ackers zu Köllme an das Zisterzienser Jungfrauenkloster Marienkammer in Glaucha vor Halle. Das Dorf Köllme gehörte zu jener Zeit dem Edlen Herrn von Schraplau.

1266

überlässt die Abtissin des Zisterzienser‑Jungfrauenklosters Marienkammer bei Halle die Mühle in Köllme in Erbzins dem Albert von Köllme.

1266

Burkhardt IX. edler Herr zu Querfurt verkaufte dem Zisterzienser-Orden zu Helfta 3 Hufen und eine Wiese nebst etlichen Zinsen zu Köllme.

1383

Erzbischof Albrecht IV. belehnt den Giebichensteiner Stiftsvasallen Bertold de Hohnstede von 1383‑1400 unter anderem mit 1 schmalen Mark Geldes in Köllme und in Flatersleben.

1403

Graf Gebhardt XIX. zu Schraplau dem Kloster Neuhelfta das Dorf Cölmen und das Zyriges Holz eigentümlich gegeben und eine Spende gestiftet, dass jährlich in selbigen Kloster am Sonntage Exaudi Speck und Brot ausgeteilt würden.

1419

Am 9. April 1419 gibt Erzbischof Günther seine Zustimmung, dass Gerhard von Schraplau Köllme dem Kloster Helfta bei Eisleben schenken durfte. 10 Bauern aus Köllme bezahlten Geldzinsen an das Kloster.

1500

Um 1500 hatte das Dorf Köllme ca. 15 Hofstätten.

1501

Im Rahmen der Erbteilung der Grafschaft Mansfeld fällt Köllme in den Bereich der Grafenlinie Mittelort.

1594

Aus der Kirchenchronik von Köllme geht hervor, dass in diesem Jahr die größere der beiden Kirchenglocken gegossen wurde. Inschrift der großen Glocke lautet: „Meines Lebens Anfang und Ent steht alles in Gottes Hent Eckart Kucher gos mich 1594“.

1597

In diesem Jahr ist vermutlich die zweite Glocke der Kirche entstanden.

1602

Mit dem Ableben des Grafen Heinrich stirbt die Grafenlinie Mittelort aus. Mit dem Klosteramt Holzzelle fällt Köllme an die Grafen des Hinterorts.

1626

Am 15.06. verlegt Melchior von Hatzfeld als Anführer des Sachsen‑Lauenburgischen Kürassierregimentes seinen Rittmeister Wolkau nach Köllme. Wolkau verlangte Futter, Mehl und unerträgliche Kriegssteuern. Durch Einwirken des Grafen Friedrich Christoph von Hedersleben wurde das Dorf von diesen Lasten befreit, aber durch andere Schatzungen erneut belastet.

1653

Über die Gemeinde Köllme fegte eine schwere Feuersbrunst hinweg als mit dem Schnitt des Kornes begonnen wurde. Noch heute ist ein Fensterschlitz an der Westwand des Kirchturms rußgeschwärzt.

1686

Es läuft eine Klage zwischen dem Herrn Hofrat Joachim Wilhelm Marschall von Bieberstein zu Bennstedt und der Gemeinde Köllme hinsichtlich der Grenz‑, Hut-­ und Triftrechte.

1687

Ostern wurden in Köllme 12 Schafe entwendet und zu selbiger Zeit 6 Schafe an ein hiesiges Amtes Untertan verkauft. In Verdacht steht ein Stallknecht aus Holleben, da dort vor einem Jahr ein ähnlicher Fall war und dieser Knecht damals dort gearbeitet hat.

1691

Pachtcontraet Fischteich Köllme: Der Köllmer Fischteich zusamst dem neuen Fischhause, überbauten Keller und das Weidwerk in der Köllmer Flur, wie auch das Entenschießen und fangen auf gedachtem Teiche bis Anno 1700. Den rechten Nutzen verpachteter Stücke befördern Köllmische Untertanen zum Zwange, die zur (nötig mit Gebot und Verbot) Bestrafung zu ihrer Schuldigkeit Johann Georg Albrecht Grafen zu Mansfeld.

1694

Vergleich zwischen den Grafen Johann Georg und Johann Albrecht, Grafen zu Mansfeld und edlen Herren zu Heldrungen und Schraplau zu Mansfeld wegen der Pacht der Fischerei den 01.02.1694 auf 6 Jahre (bis 1700) geschlossen und jährlich 225 Taler Pachtgeld abzutragen. 1696 bis 1706 verlängert.

Im Frühling 1694 war großer Mangel an Fischen, sonst alljährlich mit gutem Nutzen im Herbst.

1696

Noch großer Fischmangel, wenig Karpfen und andere Fische anzutreffen. Völliger Gerichtszwang über die köllmischen Untertanen, so viel die zur Fischerei nötigen Dienste anbetrifft.

1698

Nach der Klage des Jahres 1686 wird nun angewiesen, einige Grenzsteine zwischen Köllme und Bennstedt neu zu setzten.

Der Ort wurde von einer Feuersbrunst heimgesucht. Zu dieser Zeit hatte der Ort 34 Höfe mit 194 Einwohnern.

1704

Anweisung zur neuen Grenzsteinsetzung zwischen Köllme und Bennstedt (Grenzstreit 1698). Grenze um den Steinbruch herum und bleibt dieser Köllmischer, die darauf folgenden Äcker in der Bennstedter Grenze sollen voll in Stein gesetzt werden. Von hier wird die Grenze weiter am Steinbruch und denen Bergen fort bis auf den Köllmischen Steinbergen übergelegenen Berge befindlichen Hügel.

1706

Schulzenamt Köllme betreffend: Hiermit teile ich mit, dass ich mein Schulzenamt gänzlich niedergelegt und aufgehoben habe, und zwar aus der Ursache, dass ich von etlichen missgünstigen Nachbarn übel angefeindet und verfolgt wurde, als ob ich alle Zeit, dass dort zu ihrem Schaden und Verderben redete. 20.12.1706 Georg Riehl Gemeindeschulze.

1740

In diesem Jahr entstand der Kanzelaltar der Kirche. Ihn zieren auf dem Gebälk zwei Putten mit Kreuz und Gesetzestafeln.

1749

Kaufangebot zum Ankauf der in der Grafschaft Mansfeld gelegenen Mühle zu Köllme bestehend aus: gutem Wohnhaus nebst Ställen, Mühlenhaus, 2 Mahlgängen, 1 Ölmühle und eine Schneidemühle, großer Fischteich und Fischerei, Wiesenwachs, Jagd in köllmischen Fluren und dem Teiche zu Köllme.

1756

Es kommt zu einem Streit des Köllmer Müllers Wemecke und den Einwohnern von Zappendorf, da einige Einwohner Rohr und Schilf aus dem Köllmer Teich geschnitten und gestohlen hatten.

1757

Regulierung der Grenzen zwischen Köllme und Bennstedt. Grenzen auf dem Wege von Köllme nach Halle mittels Setzung einiger Grenzsteine zu regulieren. Die Gemeinde Köllme möge sich im Amt Holzzelle informieren, wie die Grenze zwischen Köllme und Bennstedt sei und welche Differenzen gewesen sind und wie sie beigelegt worden. 1686 gab es einen  Vergleich und 1704 eine Registratur über die regulierten Grenzen.

1762

Am 29.06.1762 beschwert sich der Mühlenbesitzer Damm zu Langenbogen über die Gemeinde Köllme, dass der Salzkegraben schlecht geschlemmt worden ist, dass die königliche Mühle zu Langenbogen durch die Vernachlässigung des Müllers oder der Untertanen zu Köllme gänzlich zu Grunde gerichtet werden soll. Ersuche Euer Hochwohlgeboren nochmals dem Müller Lüdecke mit Nachdruck und Ernst zur Säuberung des besagten Grabens anzuhalten.

Am 14.07.1762 die widerspenstigen arretierten Untertanen nach dem Amt Holzzelle mit gehöriger Folge zu bringen, wenn sie sich nicht zur Säuberung des Grabens bequemen wollen, mit Gefängnisstrafe dazu anzuhalten.

1776

Der Müller hat den Bach (Würdebach) aufzuräumen, dass das Wasser von der Bennstedter Flur seinen gehörigen Abfluss erhält. Der Bach kommt von Eisdorf und durchströmt die köchstedtsche, bennstedtsche und die köllmische Flur und ergießt sich in den Köllmischen Teich und in den Salzkegraben. Das Wasser hat Schutt und Steine mitgeführt und auf die Wiesen geschwemmt.

1780

Mit dem Tod des letzten erbberechtigten Mansfelder Grafen fallen 2 Fünftel der Grafschaft Mansfeld, darunter Köllme, an den Lehnsgeber Königreich Preußen zurück, das innerhalb des Herzogtums Magdeburg den Mansfelder Kreis bildet.

1782

Befreiung vom Naturaldienst Anspänner je mit 2 Pferden jährlich 5 Tage (2 Tage im Frühjahr‑2 Tage in Herbstbestellung) 5 Tage in der Ernte, ein Tag Getreide einfahren (bei welchem sie arbeiten auch Essen und Trinken gereicht bekommen).

1784

Köllme hat 194 Einwohner. In den vorhergehenden 10 Jahren sind 43 geboren und 40 gestorben.

1785

Cöllme ist ein zum königlichen Amte Holzzelle gehöriges Dorf mit einer vom Amte erblich verpachteten Wassermühle zu 2 Mahl und 1 Ölgange, zu der Zeit zwei Kolonistenwohnungen, 35 Feuerstellen, davon 4 Vollspänner, 2 Halbspänner, 2 große und 24 kleine Kossäten, 593 Morgen Ackerland, 3 Morgen Gärten und 14 Morgen Wiese, entrichtet ein festgesetztes Dienstgeld an das Amt, muss bei den verfallenen Bauten der hiesigen Mühle die nötigen Spann- und Handdienste leisten und hat mit den Dörfern Bennstedt und Benkendorf gemeinsame Hütung (Schafe, Gänse, Rinder abwechselnd auf Fluren hüten).

Die Kirche besitzt einen eine Meile von hier entlegenen Kalksteinbruch, welcher vor mehr als 40 Jahren zugangbar gemacht wurde.

Der Oberamtmann Reinhardt, welcher die Steinbrüche zu Köllme verpachtet, hat von den  Steinbrüchen nicht die geringsten Einnahmen gehabt.

1787

Im Steinbruch Köllme sind Steine nur für den eigenen Bedarf, aber nicht zum Verkauf freigegeben. Bei Missachtung soll Amtmann Reinhart zur Bestrafung Anzeige erstatten.

Besetzung der Schulmeisterstelle notwendig. Der verstorbene Lehrer Christian Elster war 37 Jahre im Schuldienst in Köllme tätig. Am 20.9.1787 Johann Adam Schlemmer für den Schuldienst in Köllme als tüchtig befunden.

1798

Beschwerde der Gemeinden Zappendorf und Müllerdorf, da der Cöllmer Müller Krieghoff den Mühlenteich ausbaute.

1803

16.1.1803 Cantor Jüngel zu Köllme ist unpässlich und bittet deshalb die großen Kinder nach Bennstedt schicken zu dürfen, damit die Schule nicht so sehr darunter leide. Er bittet den Pastor Superintendent Staudmeister zu Bennstedt, wovon Köllme eine Filiale ist, um die Besorgung der Schule. Der Lehrer war zu dieser Zeit zumeist auch Küster, Kantor, Organist und oft auch Geschichtsschreiber.

1805

Kossath Andreas Weise gibt an, dass auf seinem Acker Kalk und andere Steine zu finden sind, wofür er laut Pachtcotract vom 18.4.1792 Bruchzins jährlich 2 Taler 12 Groschen zu zahlen hat. Jetzt sei der Steinbruch so erschöpft, dass die Kosten des Brechens mehr betragen als die Steine, dass er die Kosten des Pachtzinses nicht mehr tragen kann und er seit zwei Jahren keine Steine mehr gebrochen hat.

1807

Nach dem Sieg Napoleons über Preußen wird das Königreich Westphalen gegründet. Köllme gehört zum Kanton Fienstedt innerhalb des Departements Saale.

1815

Im Ergebnis der Befreiungskriege und der Festlegungen des Wiener Kongresses wird in Preußen die Provinz Sachsen gebildet. Köllme gehört nun zum Mansfelder Seekreis mit Sitz in Eisleben.

1818

Der Kommerzienrat Johann Gottfried Boltze gründet in Salzmünde seine Halleschen Kaolin‑ und Tonwerke, zu denen auch mehrere Tongruben in der Köllmer Flur gehören.

1855

Mühlenbesitzer Heinrich Buchbach zu Cöllme erhält die Erlaubnis zur Anlegung eines amerikanischen Mahlganges in seinem Mühlengebäude.

1867

Am 2. 9.1867 Versteigerung und Verkauf des alten Schulgebäudes in Cöllme an Handelsmann Friedrich Hahn aus Königerode. Die alte Schule wurde 1817 erbaut und war seit 1823 im Besitz der Gemeinde.

Ab 22.3. Neubau der I. Schule (rechts neben alter verkaufter Schule), bezogen am 1.12.1867.

1870

Genehmigung zur Reparatur des Kirchendaches in Köllme. Deckung des Daches auf Kosten der Kirchenkasse von Köllme 71 Taler, 18 Silbergroschen und 4 Pfennige.

1871

Turm der Kirche repariert. 27 Silbergroschen und 6 Pfennige werden aus der Kirchenkasse bezahlt.

1872

Die Kirche erhält 6 neue Fenster. 45 Taler, 12 Silbergroschen und 9 Pfennige werden aus der Kirchenkasse bezahlt.

1874

Zwischen Köllme, Benkendorf und Lieskau wird ein Braunkohlevorkommen entdeckt. Das zur Ausbeutung entstandene Braunkohlenwerk Cöllme fördert in den folgenden Jahren Braunkohle im Tiefbau bis zu 20 m.  Da kein Versatz erfolgte entstanden Bruchfelder.

1882

Einwohner 559, Zahl der Häuser überhaupt 65, mit Viehbestand 65, 86 Haushaltungen, 63 Pferde, 135 Rinder, 309 Schafe, 200 Schweine, 106 Ziegen, 3 Bienenstöcke.

Die 7 Kalköfen produzieren 3500 Zentnern Kalk im Monat, der an die Zuckerfabrik Eisdorf geliefert wird.

1883

Aus den Tongruben von Köllme werden 39.200 Zentner Ton nach Orten in ganz Deutschland geliefert.

1888

Mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke von Teutschenthal nach Salzmünde erhalten auch die Kalksteinbrüche einen Gleisanschluss.

1897

Die Mansfeldische Kupferschieferbauende Gewerkschaft übernimmt die Räumung des ganzen Salzkebettes auf ihre alleinigen Kosten. Die Räumung soll im Juni jeden Jahres erfolgen. Die Anlieger der Salzke sind verpflichtet, die ausgeräumten Massen auf ihre Kosten fortzuschaffen.

Gründung des Köllmer Gesangsvereins.

1899

Kriegerverein Köllme wird gegründet.

1907

Beschluss vom 5.10.1907 von den Neuanbauern der Gemeinde Köllme eine einmalige Entschädigung von pro Wohnung 50 Mark oder aber die Zinsen von 3% genannter Summe zahlbar am 1. Januar jeden Jahres für die Teilnahme an den Gemeindenutzungen zu erheben mit Rückwirkung vom 1. Januar 1907.

1908

Die Gemeinde Cöllme hat einen Gemeindeweg verlegt und zur Errichtung eines Friedhofs ein Stück Land erworben.

1910

Neubau II. Schule. Da Kreissparkasse zum Schulneubau kein Kapital zur Verfügung hatte, war Gemeinde gezwungen, die Baukosten von Herrn Gutsbesitzer Wilke zu entleihen. 15.000 Mark als Darlehen aufgenommen zu 4% Zinsen und 1% Tilgung.

1911

Im Herbst die Hochleitung für elektrisches Licht verlegt. Verschiedene Einwohner ließen sich elektrische Anlagen verlegen, auch in Schulwohnung auf Kosten des Inhabers (Lehrers). Am 21.12.1911 brannte zum 1. Mal elektrisches Licht in Cöllme.

1916

Erstmalig Umstellung auf Sommerzeit. Sie begann am 1. Mai und endete am 20. September.

1917

7 Schulkinder sterben infolge Diphterie-Erkrankung.

1914/18

….. Männer aus dem Ort sind aus dem I.Weltkrieg nicht heimgekehrt und an den Fronten in West und Ost gefallen.

1919

Nachdem die Weimarer Nationalversammlung für 1919 den 1.Mai als gesetzlichen Feiertag beschlossen hatte, gab es an diesem Tag von Müllerdorf/Zappendorf her einen Umzug mit Musik und roter Fahne durch Köllme. Anschließend zogen die Teilnehmer wieder nach Zappendorf, wo auf zwei Sälen mit Tanz weiter gefeiert wurde.

1922

Das Schulgrundstück gehört nicht der Gemeinde Köllme, sondern dem Gutsbesitzer Curt Wilke. Eine Schenkung, die seiner Zeit von dessen Vater erfolgt sein soll, ist aber wieder zurückgenommen worden und hat keine Rechtsgültigkeit erlangt, da die Auflassung unterblieben ist.

1923

Der Gartenverein in Köllme wurde gegründet.

1925

Am 21.7.1925 wird der Stromlieferungsvertrag zwischen Gemeinde Köllme und der Leitungsgenossenschaft Amsdorf von 1911 auf die Dauer von 22 Jahren bis 31.12.1933 verlängert.

Beschluss in der Gemeindesitzung vom 10.3., die Gemeindeäcker an die hiesigen Siedler zu verkaufen.

1930

Bis zu diesem Jahr soll in der Nähe des Köllmer Sportplatzes eine Bockwindmühle gestanden haben.

1933

Am 6.4.1933 wurde der bisherige Gemeindevorsteher Gebler vom Kreisleiter des Mansfelder Seekreises beurlaubt, dafür Oskar Drese als kommissarischen Gemeindevorstand eingesetzt.

1934

Am 4.6.1934 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Köllme.

1936

Köllme hat 650 Einwohner.

1938

Die nahe der neuen Schule stehende Schönewerksche Motormühle brennt ab und wird wieder aufgebaut.

Für den am 1.6.1938 für die Monate Juni bis September eröffneten Erntekindergarten zahlt die Gemeinde an das Amt für Volkswohlfahrt einen Kostenzuschuss von 400 RM und an Gastwirt Pangert eine monatliche Miete von 20 RM.

1939

Im Tanzsaal von Pangert werden 60 polnische Kriegsgefangene einquartiert.

1940

In Pangerts Kegelbahn sind französische Kriegsgefangene untergebracht, die im Steinbruch arbeiten.

1944

Auf dem Friedhof in Köllme sind vier Bürger der Vereinten Nationen beerdigt worden, die durch das Naziregime zu Zwangsarbeit auf dem Schacht in Zappendorf verurteilt waren.

1945

Zu Beginn des Jahres gab es in Köllme noch 8 Landwirtschaftsbetriebe.

Im April besetzen amerikanische Truppen das Gemeindegebiet. Nach Abzug der Amerikaner gehört Köllme zur sowjetischen Besatzungszone.

In der Schule Wiederbeginn des Unterrichts in 4 Klassen mit bis zu 168 Kindern am 9.7.  bzw. 1.10. Vor 1945 gab es 3 Klassen mit durchschnittlich 90 Schülern.

Enteignung des Großbauern Wilke. 117 ha Land werden an 12 Neubauern verteilt.

1939/45

Insgesamt 59 Männer aus Köllme sind auf den Schlachtfeldern des II. Weltkrieges gefallen                          (Aufstellung v. Helga Maennicke). Für sie gibt es bisher keine Gedenkstätte.

1946

Die Gemeinde hat 90 Häuser. Darin sind ca. 400 Evakuierte (Umsiedler) untergebracht.

Für Neubauern wurden als Wirtschaftskapital 6000 RM zur Verfügung gestellt. Sie erhalten Vieh aus dem enteigneten Gut Wilke.

Am 1. September 1946 veranstaltet die Gemeinde ein Kinderfest für das um Geld und Sachspenden (Eier, Mehl, Zucker, Butter) gebeten wird.

Alle Abgabepflichtigen der Gemeinde Köllme werden aufgefordert, ihr Abgabe-Soll unter allen Umständen zu erfüllen, selbst wenn sie das letzte Korn und die letzte Kartoffel bringen müssen.

Bei Vorlage von Fahrbefehl, Berechtigungskarte und Dringlichkeitsbescheinigung der Bürger gibt es Treibstoffmarken.

1950

Nach Gründung der DDR verliert Köllme durch eine Kreis- und Gemeindegebietsrefom seine Selbständigkeit und wird gemeinsam mit Zappendorf und Müllerdorf Bestandteil der neuen Gemeinde Zappendorf, die nun zum Saalkreis gehört.

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